• Podiumsdiskussion

V(R)-Effekt versus Immersion (?)

Virtual Reality und Bertolt Brechts Radiotheorie

In diesem Workshop soll es um eine Kritik immersiver Prozesse gehen, sofern darunter ein einfaches Eintauchen, Versinken und Interagieren in künstlich geschaffenen Realitäten verstanden wird. Die Digitalbühne Zürich (vormals 400asa) wird hierzu im Gespräch mit dem Theaterwissenschaftler Sebastian Kirsch (Bochum/Berlin) auf Bertolt Brecht zurückgehen und sich insbesondere von Brechts Radiotheorie und seinem „Galilei“ inspirieren lassen. Denn unter den Bedingungen seiner Zeit fragte bereits Brecht nach Alternativen zum „stillen Suff“ (Brecht) und zu einer totalen Vereinnahmung durch hypnotisierende Techniken, ohne dabei aber einem gegen- oder anti-technischen Affekt nachzugeben. Zugleich wird die Digitalbühne, die in Dortmund durch Corinne Soland, Samuel Schwarz sowie die eng mit der Digitalbühne verbundene 400asa Sektion Nord Ted Gaier und Gina d’Orio vertreten ist, ihren Prototyp von „BB18:GalileoVR“ präsentieren, einer Virtual Reality-Erfahrung, die in Kooperation mit dem Miralab der Universität in Genf entsteht. Im Zentrum steht dabei die Erforschung des von der Digitalbühne Zürich in den Raum gestellten „V(R)-Effekts“.

Die Konferenz ist für das Team eine wichtige Recherche in Bezug auf den State of the Art und die laufenden Diskussionen zu Theater & Digitalität. Im Zentrum steht dabei u.a. die Frage: Gibt es überhaupt Möglichkeiten, sich mittels einer Nutzung von immersiven Technologien, die ja nicht zuletzt militärischen Ursprungs sind, aus dem Narrativ des militärisch/industriellen Komplexes zu befreien? Und wenn ja, wie?

 

Samuel Schwarz
Sebastian Kirsch
Corinne Soland
Gina d'Orio
Ted Gaier